Der Nationalpark Bayerischer Wald besticht in seinem Kerngebiet rund um den schroffen  Gipfel des Lusen mit seinem weitgehend sich selbst überlassenen Wald, der sich selbst, nach mehreren erfolglosen Versuchen durch den Menschen aufgeforstet zu werden, letztlich sich selbst überlassen wird. Dort stehen, wie zur Mahnung an die alten Zeiten, die ehrwürdigen Stämme, von Wind, Wetter und Sonne gegerbt und ausgetrocknet, wie Säulen untergegangener Zivilisationen, und mitten drin wächst doch wieder neues Leben, entstehen neue Bäume und Fußspuren zeugen von eindrucksvollen Hirschen, die dort umher streifen.

Aufstieg im Dunkeln

In meinem Urlaub war ich dort und habe den Lusen zwei mal innerhalb von drei Tagen bestiegen, um von dem sagenumwobenen Gipfel einen möglichst weiten Blick über zwei der größten, zusammenhängenden Nationalparks Europas zu erhaschen. Den ersten Aufstieg wagte ich für einen Sonnenaufgang gegen 03:00 Uhr in einer wolkenlosen Nacht und wurde für eine anstrengenden Schlußetappe mit einem wunderschönen Schauspiel von Farbe und Licht belohnt. Festgehalten habe ich das Ereignis mit meinen beiden Kameras, also der Canon EOS 7D zusammen mit dem Tamron 17-50 f/2.8 auf einem Stativ für weite Blicke und der Canon EOS 400D mit dem Tamron SP 90mm f/2.8 USD VC für fokusierte Ausschnitte der Landschaft. Aufstehen um kurz nach 02:00 Uhr fällt wohl, vorallem im Urlaub, kaum jemand leicht, aber in diesem Fall hat es sich absolut gelohnt. Man sollte sich zwar gewahr sein, dass für dieses Ereignis nicht allein ist, aber all zu viele andere sind auch nicht da.

Aufstieg in der Mittagshitze

Den zweiten Aufstieg ging ich Vormittags an. Allerdings zog es sich dann doch mit dem Aufenthalt so wie einem mit vielen kleinen Fotostopps unterbrochenen Aufstieg bis zum Nachmittag hin, bis auch der Abstieg wieder erledigt war. Bei meinem Tagesmarsch war mir, bei strahlend blauen Himmel, wichtig mehr Eindrücke von dem sich langsam erholende Wald mit seinen abgestorbenen, grauen Baumskeletten zu gewinnen. Mächtige Wurzelstöcke direkt am Wegesrand, überwuchert von Buschwerk und kleinen Bäumchen komplettieren das Bild. Wieder oben auf dem kahlen, aus großen Granitblöckenbestehendem, Gipfel. Mit der hoch am Horizont stehenden Sonne und dem klaren Wetter konnte man das gesamte Gebiet wunderbar überblicken. Die richtige Gelegenheit, trotz des großen Andrangs auf den Gipfel, für einige Panoramen, um auch dem gesamten Blick zu würdigen. Bei den relativ kurzen Verschlusszeiten habe ich dann auch ohne Stativ gearbeitet, das hatte zum einen Vorteile beim Balancieren über die Teils recht wackeligen Blöcke als auch einfach Platzgründe.

und auch mal woanders unterwegs

Im Bayerischen Wald sollte man auch mal den Wald an und für sich besuchen. Das bietet sich bei sommerlich heißen Temperaturen natürlich am besten an, so behält man einen kühlen Kopf und die Mittagssonne wird trotzdem durch die Kronen der Bäume abgemildert. Und da Totholz liegen bleiben muss, bieten sich hier ganz andere Motive zum Thema Zerfall und Erneuerung. Zusätzlich arbeite ich auch noch sehr gerne die kleinen Flüsse und Bachläufe mit ein, dazu nutze ich ein Stativ, eine kurze Hose – Achtung auch im Sommer ist das Wasser recht frisch! – und einen variablen ND-Filter. Mit dieser Ausrüstung lasse ich die Wasseroberfläche auch gerne mal bei intensivem Sonnenschein so weit verwischen, dass die Felsen und ihre karge Bewucherung aussehen, als würde sie aus einem Nebel empor steigen. Bewegungen durch den Wind geben dem ganzen noch einmal einen surealen Eindruck in dem ansonsten sehr ruhigen und stillen Bild.